MR Madeira Regency Das königliche und kaiserliche Madeira · eine unabhängige Chronik

Kaiserin von Österreich · 1837 – 1898

Die Kaiserin, die zur Genesung geschickt wurde

Elisabeth von Österreich, „Sisi“ — München 1837 — Genf 1898

Hierher geschickt, um ihre Lunge zu retten.
Geheilt — und noch im selben Jahr verloren.

Im Herbst 1860 wurde eine junge Frau, die schon zu den meistbewunderten und meistfotografierten Gestalten Europas zählte, faktisch aus ihrem eigenen Palast verwiesen — nicht von einem Hof, sondern von einem Arzt. Elisabeth von Österreich, die Gemahlin Kaiser Franz Josephs I. und der Geschichte schlicht als Sisi bekannt, hustete. Ihr Lungenfacharzt in Wien, Dr. Joseph Škoda, fürchtete die schlimmste Diagnose der Zeit — Lungenschwindsucht, Schwindsucht, Tuberkulose — und verschrieb das einzige Mittel, das man ihr damals zutraute: einen Winter weit im Süden, auf einer warmen Atlantikinsel. Er nannte Madeira.

So verließ die Kaiserin 1860 Wien und wandte ihr Gesicht dem Ozean zu. Die Überfahrt nach Funchal war lang und rau, und sie unternahm sie nicht allein: Sie reiste mit Unterstützung der Yachten der Königin Victoria, die ihr Gepäck und ihre Bediensteten über die Biskaya und den Atlantik hinab bis zur Insel trugen. Es war eine außergewöhnliche Höflichkeit — eine Souveränin, die ihre Schiffe lieh, um die Genesung der Gemahlin einer anderen zu erleichtern.

Die Quinta über dem Meer

In Funchal ließ sich die Kaiserin in der Quinta Vigia nieder, einer alten Quinta hoch oben auf den Klippen über dem Hafen, wo die Sonne mild blieb und die Luft sanft war. Sie überwinterte dort von etwa Ende November 1860 bis in den Frühling hinein, in den Gärten und im milden Licht, das schon die Kranken und Vornehmen halb Europas auf die Insel gezogen hatte. Dasselbe Haus hatte erst wenige Jahre zuvor eine weitere königliche Kranke beherbergt — die junge Prinzessin Maria Amélia von Brasilien, die zur selben Kur gekommen und dort 1853 gestorben war — sodass die Quinta Vigia für eine Generation lang zu einer Zuflucht für die Königlichen wie die Leidenden wurde.

Und die Insel verrichtete ihr stilles Werk. Im Lauf des Winters besserte sich ihre Lunge merklich; der Husten ließ nach, ihre Kräfte kehrten zurück, und bis zum Frühling war sie wohl genug, um abzureisen. Sie segelte zurück und kehrte im Mai 1861 nach Wien zurück — offenbar geheilt von dem Atlantik, der ihr verordnet worden war.

Die Insel gab ihr den Atem zurück; die Stadt nahm ihn binnen Tagen wieder. Madeira vermochte die Lunge zu heilen, die es nicht behalten konnte. Die Chronik

Was die Insel nicht halten konnte

Die Heilung überlebte die Heimkehr nicht. Binnen Tagen nach ihrer Rückkehr nach Wien — zu dem starren Zeremoniell, der Wachsamkeit, dem Druck des kaiserlichen Hofes — kamen ihre Symptome wieder. Das Muster war ebenso klar wie grausam: Die Insel hatte sie besänftigt, und die Stadt machte es zunichte. Was Sisi gequält hatte, war nie nur eine Frage der Lunge, und kein atlantischer Winter konnte das Übrige beantworten.

Ihr späteres Leben war eines rastlosen Reisens und tiefen privaten Kummers, fern von Madeira. Es endete am Ende durch Gewalt statt durch Krankheit: Am 10. September 1898, auf einer Seepromenade in Genf, wurde die Kaiserin von einem Anarchisten ermordet. Sie war sechzig. Die Frau, die die Insel einst der Welt zurückgegeben hatte, leicht atmend, ging ihr in einem einzigen, jähen Augenblick verloren, fern von dem Meer, das sie geheilt hatte.

Madeira hat den Winter, den sie hier verbrachte, nicht vergessen. Heute kann der Besucher, der dem königlichen Weg durch Funchal folgt, noch immer ihre Spuren verfolgen und ihre Kur als ein Kapitel in der langen Geschichte lesen, warum eine Insel zur Heilung für die gekrönten Häupter Europas wurde.

Quellen & Anmerkungen

Geschöpft aus öffentlichen Aufzeichnungen über den Winter der Kaiserin 1860–61 auf der Insel, der Geschichte der Quinta Vigia und veröffentlichten biografischen Berichten über ihre Flucht nach Madeira. Wo die überlieferten Aufzeichnungen verschiedene Schiffe für die Überfahrt nennen, folgt dieser Bericht ihnen nur so weit, wie es die Unterstützung der Yachten der Königin Victoria betrifft; Daten und Einzelheiten folgen der veröffentlichten Überlieferung.